Die Stufen vorgestellt

01.03.2004 15:00  Von:: Jürgen Daniel

In der ersten Stufe werden die Grundregeln des Schachspiels behandelt. Viel Aufmerksamkeit wird den elementaren Fertigkeiten gewidmet, die zum Schachspielen benötigt werden.
Im Vergleich mit anderen Lehrbüchern kennt die Stufenmethode eine einmalige Anordnung des Lernstoffes. Das Erlernen von Matt wird so lange wie möglich hinausgezögert. Das erregt anfangs Erstaunen und sogar Unglauben, aber die Praxis hat mittlerweile bewiesen, dass diese Vorgehensweise vorzüglich wirkt. Kinder lernen wirklich gut Schach spielen, vor allem wenn man ihnen zwischendurch genügend Zeit lässt, viel zu spielen. Die 'erste Stufe' enthält ein Handbuch für den Trainer und ein Arbeitsbuch für die Schüler. Für Kinder von 6 bis etwa 9 Jahren gibt es spezielle Arbeitsbücher: Vorstufe.

In der zweiten Stufe fängt es erst richtig an. Nach den Spielregeln und den elementaren Fähigkeiten aus der vorherigen Stufe stehen jetzt die ersten Grundregeln der Taktik und des Positionsspiel auf dem Programm. Wir bringen Angriffstechniken bei, mit denen man geschickt Material erbeuten kann.
Taktik spielt eine wichtige Rolle im Schach. Taktische Möglichkeiten ergeben sich bei den fortgeschritten Schachspielern aus gutem Positionsspiel, bei den Schülern der zweiten Stufe fallen sie vom Himmel. Alle Partien auf diesem Niveau werden durch Taktik entschieden, deshalb ist es logisch diesem Teil viel Aufmerksamkeit zu widmen.
Positionsspiel ist vorläufig noch der Taktik untergeordnet. Das Problem ist, dass sogar die einfachsten positionellen Begriffe noch nicht verstanden werden. Nicht weil wir sie nicht erklären können, sondern weil die Kinder sie in den ersten Jahren noch nicht sinnvoll anwenden können. Die ersten positionellen Grundbegriffe fallen zwar schon in der zweiten Stufe, aber es ist vorerst besser die positionellen Elemente bei der Besprechung der Partien der Schüler aufzuzeigen.

Für die dritte Stufe ist Kenntnis der zweiten unentbehrlich, ansonsten ist diese Stufe nicht wirklich schwieriger.
Die Taktikthemen sind relativ einfach und auch die Lektionen über die Verteidigung gegen Taktik werden kein Problem darstellen. Nur 'fangen' (einsperren) ist schwieriger. Man kann es mit mattsetzen vergleichen, nur ist jetzt nicht der König der Dumme, sondern eine andere Figur. Die ersten Bauernendspiele werden behandelt. Für manche ein Kinderspiel, aber für Schüler, die noch Probleme mit räumlichem Vorstellungsvermögen haben, schwierig. In dieser Stufe beginnen wir mit dem Erlernen wichtiger unterstützender Fähigkeiten. Eine davon ist das 'Vorausdenken'. Der Schüler berechnet im Kopf die Möglichkeiten auf dem Brett und stellt sich gleichzeitig die neu entstandene Situation auf dem Schachbrett vor (er 'visualisiert' die Stellung). Die Beherrschung dieser Fähigkeit ist bei den einzelnen Schülern sehr unterschiedlich.

Der Schwierigkeitsgrad des Lernstoffes in der vierten Stufe liegt höher als in der dritte. Das liegt besonders an der Zügeanzahl der Lösungen der Aufgaben. Bei den meisten Themen ist die Lösung 2½ Züge tief: Weiß zieht, Schwarz antwortet, Weiß zieht, Schwarz antwortet und Weiß ist am Ziel. Eine gute Beherrschung und Anwendung der Themen der dritten Stufe ist deshalb absolut erforderlich! Die Taktik steht großtenteils im Zeichen des vorbereitenden Zuges. Ein direkter Angriff wirkt noch nicht, eine vorbereitende Aktion ist daher notwendig. Alle vorhandenen Vorbereitungen kommen an die Reihe: hinlenken, Ausschalten der Verteidigung, jagen, richten und räumen.
Nach und nach spielen auch positionelle Aspekte mehr und mehr eine (bescheidene) Rolle in den Partien der Spieler dieses Niveaus. Solche undeutlichen Themen sind gut mit Hilfe des Endspiels zu erklären. Die Lektionen über Materialvorteil und Endspielstrategie enthalten viele strategische Dinge. Außerdem sorgt die Lektion über schwache Bauern dafür, dass die Schüler etwas bewusster mit ihren Bauern umgehen. Das Gleiche gilt für die Lektion über die Eröffnung. Übrigens bleibt die Behandlung der positionellen Faktoren am besten zu verwirklichen bei der Besprechung der Partien der Schüler.

Das Handbuch der fünften Stufe ist für Gruppentraining das letzte dieser Reihe. Die Anzahl der Kinder, die im Schachklub die 5. Stufe erreicht, ist leider nicht hoch. Der Taktik wird in der 5. Stufe nicht mehr soviel Aufmerksamkeit geschenkt wie in den vorherigen Stufen, obwohl sie immer noch eine Hauptrolle spielt in den Partien der Schüler. Positionelle Aspekte spielen eine immer größere Rolle für Spieler in der 5. Stufe. Die Lektionen über Bauernstruktur, siebte Reihe, starkes Feld und offene Linien enthalten viele strategische Dinge. Mit einem Plan zu spielen, ist im Schach sehr wichtig und ein unentbehrlicher Anteil an den einzelnen Lektionen über das Endspiel. Diese zeigen wie wichtig die Zusammenarbeit der Figuren ist und wie relativ die Bewertung der Figuren sein kann. Die Lektion 'Verteidigen' behandelt Aspekte die von fast allen Schülern ungenügend benutzt werden.

Schachtrainer für die höheren Stufen gibt es nicht viele und gewiss nicht für die sechste Stufe. Das ist der wichtigste Grund, dass die Zielgruppe des Buches eine andere ist. Es ist kein Handbuch für den Trainer, sondern ein Selbststudiumbuch für jedermann. Der Schwierigkeitsgrad des Stoffes liegt wieder eine Stufe höher. Die Lösungen der Aufgaben sind um einen Zug tiefer. Der Stategie wird viel Aufmerksamkeit gewidmet. Das erweist sich als ein schwieriges Thema für jedermann; vor allem die Aufgaben in dem Arbeitsbuch. Auch dem Endspiel begegnen wir in vielen Kapiteln. Das Studium des Endspiels ist eine gute Weise die Spielstärke zu erhöhen. Nur in einem Kapitel kommt die Taktik an die Reihe.


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