3 neue Mixhefte erschienen

02.10.2016 00:00  Von:: Jürgen Daniel

Die beste Art und Weise stärker zu werden ist, aus den Fehlern in seinem Spiel zu lernen. Dies ist effektiver, als neue Dinge zu lernen oder Eröffnungen zu studieren.
(Anmerkung: Das muss man natürlich auch, aber das hat keine Priorität, wenn die Grundlagen nicht da sind.)
In den Handbüchern wird empfohlen, die Partien der Schüler zu besprechen. Das liefert uns wichtige Informationen.
Welche Fähigkeiten genügen noch nicht den Anforderungen? Zuerst oder zur Not auch gleichzeitig müssen die Mängel abgestellt - zumindest aber ausgebessert- werden.
Der Trainer ist die beste Person, die Partien zusammen mit seinen Schützlingen zu analysieren.
Auf lange Sicht muss der Schüler das aber auf eigene Faust machen. Das ist nicht neu, sondern hat sich über Jahrhunderte bewährt. Schön ist es, wenn immer Begleitung und Kontrolle zur Verfügung stehen.
Derzeit scheint das nicht an der Praxis zu sein, ungeachtet der Vorbilder von Trainern, die das mit guten Resultaten so machen.
Nun können die Mixaufgaben das nicht im entferntesten ersetzen, aber sie können dabei helfen, Fehler und Defizite aufzuspüren.
Bei den Antworten wird angezeigt, um welches Thema es sich bei der Aufgabe dreht. Mache ich häufig Fehler beim gleichen Thema, dann ist dies ein Fingerzeig, diesen Bereich noch einmal zu wiederholen.
Allgemeine Fertigkeiten wie das Beachten gegnerischer Möglichkeiten werden dabei sicher bei vielen Jugendspielern auftauchen. Auch der Lösungsansatz (das Finden des besten Zuges) muss sich verbessern. Ohne Suchstrategie gelingt das häufig nicht, wenn die vorhergehenden Stufen nicht verinnerlicht (automatisiert) wurden.
Einfach nur Aufgaben lösen ist weit weniger nützlich als manch einer denkt. Man lernt Muster, aber es gibt wesentlich mehr herauszuholen.
Wichtig ist, ob "richtig" gelöst wurde. Nicht nur einfach einen Zug gesucht und ausprobiert. Das geschieht bei den Arbeitsheften auch mal, aber wesentlich seltener als beim Lösen von Aufgaben am Computer. Da zocken die Schüler manchmal so, dass es nur so kracht. Falsche Antwort und schnell zum nächsten Zug.
Der Lerneffekt bleibt dadurch in Relation zur Zeit, die hineingesteckt wurde, relativ klein.
Das allerwichtigste ist, dass es für den Schüler Feedback gibt. (siehe in den Handbüchern im jeweiligen Kapitel unter der Überschrift Arbeitsheft die Punkte Erklärung und Fehler/Hilfe).

Ein gutes Beispiel wurde geschildert im niederländischen "Schaakmagazine" Ausgabe August 2016, Seite 15. Jessie Mang über das Training von Trainer Rob Bruins: "Zunächst Unterricht, dann haben wir gespielt. Zuhause haben wir die restlichen Aufgaben im Arbeitsheft gemacht, die der Lehrer nachgeschaut hat. Dann bekamen wir deutliche Erklärungen und wer etwas nicht verstand, konnte fragen."
Ziel ist es, besser Schach zu lernen und die richtige Herangehensweise muss so auch in einer echten Partie umgesetzt werden.

Die Plus-Arbeitshefte haben keine Mixaufgaben. Dieser Mangel wird mit diesen Heften behoben.

Abschließend die Frage, ob es nicht schon genug Möglichkeiten gibt. Es gibt dutzende Taktikbücher und jährlich kommen neue hinzu. Ganz offensichtlich gibt es einen Markt dafür. Wir merken dazu jedoch an, dass in den Mixheften aber bei weitem nicht nur Taktikaufgaben stehen.
Und dann gibt es noch einen großen Unterschied zwischen den gewöhnlichen Taktikbüchern und den Stappenmixheften.
Den Schwierigkeitsgrad. Nehmen wir als Beispiel eine Rezension von der Webseite:
schaaksite.nl. 1001 chess exercises for beginners von Peter Ypma.
Ein Zitat daraus: "Der Niveauunterschied zu den Matt in 1 Aufgaben oben ist recht groß. Nun kommt diese Aufgabe aus dem schwierigen letzten Kapitel mit bizarren Stellungen. In den anderen Kapiteln traf ich auch mit einiger Regelmäßigkeit auf Aufgaben, bei denen ich Probleme hatte. Die Aufgaben variieren qua Niveau von Stufe 2 bis Stufe 7".
Soweit Peter Ypma. Ist man genau, kommt Matt in 1 bei uns schon in Stufe 1 vor. Ypma ist mit Sicherheit kein Anfänger, denn zum Zeitpunkt der Rezension betrug seine
Wertungszahl 2214 ELo-Punkte. Das Übel, das er beschreibt, finden wir in fast allen Büchern.
In unseren Mixheften sind normalerweise alle Aufgaben zu lösen, wenn man die aktuelle Stufe und die vorgehenden Stufen richtig durchlaufen hat (das heißt Unterricht, Übungen, Spielen und Partie besprechen).
Das Niveau der Aufgaben ist also ziemlich gleichmäßig. Natürlich wird die ein oder andere Aufgabe viel Mühe machen. Und genau darum sind diese Hefte das Mittel zur Wahl um herauszufinden, in welchen Bereichen der Schuh noch drückt.
Für einen stärkeren Spieler macht es Sinn, von Zeit zu Zeit wieder die einfacheren Aufgaben zu lösen. (Natürlich nicht Stufe 1, wenn man Stufe 9 macht, um es mal auf die Spitze zu treiben).
Für schwächere Spieler ist es praktisch sinnlos, viel zu schwierige Aufgaben zu lösen zu versuchen. Es ist frustrierend und man lernt eigentlich nichts dadurch.
Ein Schachspieler, der sich verbessern will, sollte Dinge lernen, die er in seinen eigenen Partien anwenden kann. Aufgaben, die auf oder knapp über dem Niveau seiner Stufe liegen haben in der Regel den richtigen Schwierigkeitsgrad (richtig in dem Sinne, dass es den größten Effekt zeitigt).

Wenn man 80% der Aufgaben richtig hat, dann hat man wirklich das Niveau der Stufen (1), (2), 3, 4 oder 5.
Das ultimative Examen also!


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